Nachdenklich sitzt sie da, wie immer umgeben von ihren beiden besten Freundinnen, Vanessa und dem anderem Mädchen, dessen Name ich mich weigere in den Mund zu nehmen.
Ihre Haare glänzen den Glanz, der entsteht wenn Wasser auf Hairspray trifft. Auf ihren viel zu stark getuschten Wimpern kleben Regentropfen. Ich stelle fest, dass sie hübsch ist.
Während sie redet, fuchtelt sie wild mit den Händen in der Luft rum. Etwas, das wir beide gemeinsam haben.
Mein Blick folgt den hastigen Bewegungen ihrer Hände und bleibt dann an ihren Fingernägeln kleben. Ihre Fingernägel sind wahre Kunstwerke! Nagellack, Nagellack in allen Farben. Rot, grün, blau, gelb, lila, türkis, weiß oder schwarz. Mit perfekt aufgemalten Motiven verziert. Smileys, Blumen, Herzen oder die Anfangsbuchstaben ihrer liebsten Menschen.
Ihre beiden Freundinnen reden eifrig durcheinander. Sie sind abhängig von ihr, sie sind süchtig. Süchtig nach ihren blonden Haaren, süchtig nach ihren blauen Augen, süchtig nach ihrer Beliebtheit. Ja, sie ist beliebt. Weil sie einfach mit jedem klarkommt. Weil sie einfach sympathisch ist. Weil sie einfach etwas hat, was kein anderer hat. Etwas, das ich schon seit geraumer Zeit versuche in Worte zu fassen. Doch ich kann es nicht. Ich kann es einfach nicht. Und so stehe ich jeden Tag aufs Neue vor ihr und denke mir: Was hat sie, was sonst niemand hat?
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